Drogenprävention

Alkohol – Gesellschaftsdroge Nr. 1

Bei über drei Promille Blutalkoholgehalt beginnt die schwere, akute Alkoholvergiftung, die im schlimmsten Fall zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Für Erwachsene liegt der kritische Wert bei etwa sechs Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Noch weitaus stärker gefährdet sind Kinder. Aber auch bei Jugendlichen sind die Enzyme, die Alkohol abbauen, noch nicht vollständig ausgebildet.

Die Unfallneigung steigt mit zunehmender Alkoholwirkung in allen Lebenssituationen steil an. Risiken werden unter Alkoholeinfluss sogar teilweise gezielt gesucht.

Alkohol und Medikamente beeinflussen einander in unberechenbarer, manchmal gefährlicher Weise. So kann z. B. die Wirksamkeit eines Medikaments aufgehoben oder die Wirkung des Alkohols um ein Vielfaches verstärkt werden.

Betrunkene gefährden und schädigen nicht nur sich selbst, sondern auch Dritte. Das gilt zum einen für alle unfallträchtigen Situationen im Straßenverkehr. Zum anderen trägt Alkohol vielfach zum Ausbruch von Aggressivität und Gewalt gegen andere bei. Als alkoholtypische Vergehen gelten Körperverletzung, Totschlag, Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und Ge­walt in der Familie. Zu nennen sind außerdem Beleidigung und Sachbeschädigung.

Gesundheitliche Folgen

Falsch ist die Ansicht, zu schweren gesundheitlichen Schäden könne es nur in Folge von Al­ko­holabhängigkeit kommen. Auch hoher gewohnheitsmäßiger Konsum birgt große Risiken und senkt die Lebenserwartung deutlich.

In erster Linie nimmt die Leber Schaden, die den Alkohol im Körper abbaut. Leberschwel­lung, Leberverfettung und schließlich Leberzirrhose sind mögliche Konsequenzen. Hormonell bedingt baut die weibliche Leber Alkohol langsamer ab und ist deutlich anfälliger für alkoholbedingte Schädigungen.

Gleichfalls besonders gefährdet ist das Gehirn: Jeder Rausch zerstört Millionen von Gehirnzellen. Zuerst leiden Gedächtnis und Konzentrationsvermögen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, später die Intelligenz bis hin zu völligem geistigen Abbau. Weitere Risiken kommen hinzu: Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm können sich entzünden. Die Gefahr von Krebserkrankungen der Leber, des Magens, im Bereich von Mund- und Rachenhöhle, des Kehlkopfes und der Speiseröhre steigt.

Alkoholprävention

Je weiter die Suchtentwicklung fortschreitet, desto gravierender werden die körperlichen, gei­s­tigen, seelischen und sozialen Schäden.

Der beste Schutz gegen Abhängigkeit sind ein gutes Selbstwertgefühl und eine stabile Persönlichkeit. Kinder brauchen die Unterstützung der Eltern, um beides entwickeln zu können. Nur wenn sie sich geliebt, anerkannt und geborgen fühlen, können sie lernen, sich selbst ernst zu nehmen und ihr Leben aktiv zu gestalten. Die Gefahr von Missbrauch ist ferner umso größer, je früher mit dem Konsum von Alkohol begonnen wird.

Ziel der Erziehung von Kindern und Jugendlichen – ob in der Schule oder zu Hause – sollte also sein, sie zu selbstständig denkenden und verantwortungsvoll handelnden Menschen zu erziehen, die bereit sind, sich den Problemen des eigenen Lebens zu stellen. Dazu gehört unter anderem das Erlernen der Fähigkeit, mit Befindlichkeitsstörungen, Unbehagen, Enttäuschun­gen und Stress umzugehen. Auch der Ausbau der so genannten Frustrationstoleranz spielt hier­bei eine wichtige Rolle.

Jugend und Alkohol: Daten und Trends

Rauschtrinken, auch „Binge-Drinking“ genannt, ist ein aktuelles Phänomen in ganz Europa. Dabei werden kurz hintereinander mindestens fünf Drinks zu sich genommen, und das einzige Ziel ist die rasche Wirkung. Die Anzahl der jungen Menschen, die mit Alkoholintoxikationen in Krankenhäuser aufgenommen wurden, ist zwischen 2000 und 2008 um 170 Prozent ge­stie­gen!

Uschi Vogginger von der Suchtberatung am Landratsamt Dingolfing stellte in einem Inter­view fest, dass ihre Klienten, die zur Suchtberatung kommen, immer jünger werden, teilwei­se seien es schon 14-Jährige. Viele Er­wach­sene glauben, dass junge Menschen trinken, weil sie ein tief gehendes Problem haben, aber dem ist oft nicht so. Häufig sind die Gründe ganz ba­nal, nämlich Gruppenzwang oder weil sie es nicht anders kennen und denken, das „ Sich voll­laufen lassen“ gehöre zu einer richtigen Party dazu. Anhaltspunkt für eine negative Entwick­lung eines Heranwachsenden, so die Diplom-Sozialpädagogin, sei, wenn z. B. 14-Jährige total betrunken heimkommen und es nicht bei einem einmaligen Ausrutscher bleibt. Sie betont, dass bei Pro­blemen die Jugendlichen alleine, aber auch zusammen mit ihren Eltern die Hilfe der Suchtbe­ra­tung in An­spruch nehmen können.

 

 

Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme

Erfahrene Mitarbeiter aus dem psychosozialen Bereich bieten Hilfe durch Beratung, Behandlung und gegebenenfalls Therapievermittlung bei Suchtproblemen in folgenden Bereichen an:

Alkohol, Medikamente, illegale Drogen und Substitution, Essstörungen, nicht stoffgebundene Süchte wie pathologische Glücksspielsucht, Kaufsucht usw.

Die Beratung ist kostenlos, anonym und vertraulich (Schweigepflicht).

Anmeldung und persönliche Info in der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme, Griesgasse 21, 84130 Dingolfing

Termine ohne vorherige Vereinbarung und Anmeldung:

jeden Montag zwischen 11 und 12 Uhr, jeden Donnerstag zwischen 16 und 17 Uhr

Kontakt: Telefon 08731/325733-0

 Michelle Brendel, 10c

 

 

Aida Zendeli, 9c

 

 

 

Am Mittwoch, den 24. Februar 2016, stellte der Indie-Autor Jason Sante Schülern der 8. Jahrgangsstufe Auszüge aus seiner Biographie vor. Die Zuhörer lauschten gebannt seinen authentischen und schonungslosen Ausführungen. Dadurch erhielten die Jugendlichen eine drastische Vorstellung davon, was es bedeutet, seine individuelle Freiheit an ein Suchtmittel zu verlieren. Der Schriftsteller kam aufgrund seiner ehrlichen und offenen Art hervorragend bei den Heranwachsenden an. Damit trug der Oberbayer nicht nur zur Drogenprävention bei, sondern diente nebenbei auch der Leseförderung. Denn die Autorenlesung stellt einen persönlichen Bezug zum Verfasser her und verleitet dazu, mehr von der Lebensgeschichte des trockenen Alkoholikers zu erfahren.

An den beiden Folgetagen hatte Gabriele Salzberger vom Kreuzbund Landau e. V. Rollenspiele für die Achtklässler organisiert. Im Verlauf diverser Gruppenarbeiten merkten die Schüler schnell, dass Sucht viele Facetten hat. Man kommt mit dem Leben nicht zurecht und lädt buchstäblich den Tod zu sich ein, wenn man seine Probleme mit Alkohol betäubt. Selbstvertrauen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sind hingegen wichtige Voraussetzungen, um in kritischen Situationen – zum Beispiel bei Gruppenzwang – nein sagen zu können. Somit trug das Mitglied der überregionalen Selbsthilfegruppe im Rahmen der diesjährigen Präventionstage entscheidend zur Persönlichkeitsbildung der jungen Menschen bei.

Um Heranwachsende vor einem ähnlichen Schicksal wie dem ihren zu bewahren, veranschaulichte Frau Salzberger den schleichenden Prozess der Entstehung von Abhängigkeit in Form einer so genannten "Suchtstraße".

 

 

      

 Gabriele Salzberger appellierte an die Schüler der 8. Jahrgangsstufe, ihre Talente zu nutzen und Schwierigkeiten im Leben als Herausforderungen zu begreifen. Seit Jahren hat es sich das   Kreuzbundmitglied zur persönlichen Herzensangelegenheit gemacht, Jugendliche vor den desaströsen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu warnen.

                                                                                                                                                     

Cannabis – die unterschätzte Gefahr

Der Weimarer Kulturexpress gastierte vor einigen Jahren schon einmal an der Herzog-Tassilo-Realschule und versteht es immer wieder, die Brisanz gesellschaftlicher Problematiken verständnisvoll, aber auch dramatisch in Szene zu setzen. Am Dienstag, den 22. Juli stand das Thema Rauschgift im Vordergrund.
Der Kulturexpress bezeichnet seine Spielweise als präventives Theater und ist darum bemüht, einen gewissen Abschreckungseffekt zu erzielen. Sonja Elisabeth Mertens und Justus Herrmann gelang es, fast 200 Achtklässler über 60 Minuten lang in ihren Bann zu ziehen.

Die zwei Protagonisten des Dramas, Anne und Florian, kennen sich seit Kindergartenzeiten und verlieben sich im Lauf ihres Lebens. Dieser gemeinsame Weg wird durch Annes Übertritt an eine Mädchenschule jäh durchbrochen. Um wieder näher zusammenzufinden, schlägt Florian Anne vor, als gemeinsames Projekt den alten Schuppen seines Großvaters zu renovieren.
Nach getaner Arbeit kramt Florian in seiner Tasche und holt Material hervor, um sich eine Zigarette mit Hanf zu drehen, was von ihm als Belohnung angesehen wird. Nachdem er seine anfangs zweifelnde Freundin dazu überredet hat zu rauchen, findet eine Grenzüberschreitung beider Personen statt. Zwar geben diese an, sie täten das nur ab und zu, jedoch ist dies ein bekannter Schutzfaktor, der beim Einstieg in die Sucht oft verwendet wird.
Florian, der aus einer gut situierten Familie stammt, versucht mit dem Konsum von Drogen den Druck zu verdrängen, der täglich von seinem Vater ausgeübt wird. Jener will nicht hinnehmen, dass sein Sohn nicht studieren möchte und dafür handwerkliche Fähigkeiten aufweist. Besonders deutlich wird das, als Florian wegen einer schlechten Mathezensur von seinem Vater verprügelt wird. Weil er diesem Druck permanent ausgesetzt ist, kann er seiner Ansicht nach gar nicht anders, als wieder zur Droge zu greifen. Doch dieses Phänomen ist keine Erfindung der Schauspieler. Jeden Tag greifen Jugendliche zur Zigarette oder auch zu härteren Drogen, um dem Leistungsdruck der Eltern standzuhalten oder Probleme zu verdrängen.
Als Florian nach einer wilden Autofahrt Wahnvorstellungen bekommt, ist klar, dass der Drogenkonsum enorme Auswirkungen auf die Psyche hat. Seine Freundin Anne versucht verzweifelt, ihn von seiner Sucht abzubringen und sich in eine Therapie zu begeben. Doch Florian verkennt die Realität und meint, er könne sich alleine aus dem Drogensumpf befreien. Mit der flapsigen Bemerkung: "Noch einmal, dann ist es gut – für immer!" besiegelt er im wahrsten Sinne des Wortes sein endgültiges Schicksal.

Laut Statistik hat in deutschen Städten jeder zweite Jugendliche schon einmal gekifft. Cannabis bleibt – trotz aller Verharmlosung durch Musik und Gesellschaft – eine Einstiegsdroge, die das Suchtverhalten beschleunigt. Der Wirkstoff THC macht sehr wohl anfälliger für harte Substanzen. Vor allem für das sich entwickelnde Gehirn von Teenagern kann das verhängnisvolle Konsequenzen haben. Vom Joint zu anderen gefährlichen Stoffen ist es oft nur ein kleiner Schritt.